Bujinkan Wakagi Dojo Nürnberg
Achtung: Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens wird der Trainingsbetrieb bis auf Weiteres eingestellt

Bujinkan

Was ist „Bujinkan“?

Die korrekte Transkription für die Kanji 武神 müßte eigentlich „Bushinkan“ (Tempel des Kriegsgottes) lauten, was einen nicht unerheblichen Unterschied ausmacht (Bujinkan = Tempel des Kriegers). Da allerdings sogar auf der Bujinkan-Mitgliedskarte die Schreibweise mit „j“ aufgeführt ist, wird diese Schreibweise auch im Folgenden verwendet. Der „Bujinkan“ wurde von Soke Dr. Masaaki Hatsumi gegründet, den viele als den letzten „echten Ninja“ bezeichnen. Hatsumi Sensei ist das Oberhaupt (Sôke) folgender Ryu-ha:

Was ist eine Ryu?

Ryu bedeutet Schule/Stilrichtung. Es gab früher keine Dôjô, in denen man sich einfach anmelden und zum Ninja ausbilden lassen könnte. Das Wissen wurde für gewöhnlich im Geheimen geschult und weitergegeben, meist innerhalb eines Familien-Clans. Vom Sôke (Oberhaupt) einer Ryu wurde vor dessen Tod immer ein Nachfolger bestimmt, der dann auch die geheimen Schriftrollen erhielt.

Im Bujinkan Budô Taijutsu lehrt Hatsumi Sensei alle oben genannten Stilrichtungen. Diese haben alle ihren eigenen Ursprung und sind teilweise recht unterschiedlich. Die Kukishinden Ryu kommt beispielsweise aus dem Samurai-Bereich und wirkt deshalb etwas schwerfälliger, da die Bewegungen aufgrund der Rüstung dieser feudalen Ritter und der Schwerttechniken weitläufiger und mit mehr „Kraft“ ausgeführt werden, als beispielsweise in der Shinden Fudo Ryu, die für Außenstehende eine gewisse Ähnlichkeit zum Aikidô aufweisen könnte.

Diese verschiedenen Ryu-ha werden nicht nebeneinander, sondern als Einheit mit verschiedenen Schwerpunkten unterrichtet. Es kommt hierbei insbesondere darauf an, bestimmte Prinzipien und (Körper-)Gefühle zu vermitteln. Ein grundlegendes Prinzip ist es, den ganzen Körper und den gesamten Raum sowie alle Gegenstände als Eins zu sehen und zu verstehen. Alles ist erlaubt. Es gibt keine festen Regeln und keine Wettkämpfe (was einer der wesentlichen Unterschiede zum Kampfsport ausmacht).

Zwar werden im Bujinkan Budô Taijutsu einige Kata (Formen; bestimmte Bewegungsabläufe, zumeist gegen einen imaginären oder tatsächlichen Gegner) eingeübt, doch wird mit der Zeit der persönliche Stil des Einzelnen immer mehr in den Vordergrund rücken, da es auf das Prinzip und nicht auf eine bestimmte Form ankommt. Es ist nur anfangs einfach notwendig, daß die Schüler bestimmte Formen einüben, um erst einmal den eigenen Körper besser kennen zu lernen. Auch lassen sich so besser bestimmte Prinzipien vermitteln und einige zunächst ungewohnte Bewegungsabläufe verinnerlichen. Ohne eine gute Basis kann man – wie überall im Leben – nicht wirklich weiterkommen.

Es ist nicht das Ziel eines guten Lehrers, aus den Schülern eine Kopie seiner selbst zu machen. Im Gegenteil, mit den Jahren soll jeder Schüler seinen eigenen Weg im Budô finden – im Rahmen des Bujinkan.

Hatsumi Sôke gibt alle Informationen und Techniken in seinem Hombu Dôjô in Noda (Japan) an hochgraduierte Schüler bzw. Meister weiter. Hatsumi Sôke zeigt auf eine unglaublich spielerische und leichtfüßige Art effektive, traditionelle Bewegungsformen und demonstriert den Sinn, der hinter den einzelnen Übungen steckt. Auf diese Weise gewährleistet er eine möglichst authentische Weitergabe dieser über 900 Jahre alten „Kriegskunst“.

Außerdem hat jeder die Möglichkeit, im In- und Ausland Lehrgänge unter der Leitung hochrangiger Lehrer aus aller Welt zu besuchen, die regelmäßig auf einem Taikai oder direkt in Japan unter Masaaki Hatsumi trainieren. An dieser Stelle möchte ich jeden Interessenten davor warnen, jedem sogenannten „Ninjutsu-Meister“ hinterherzulaufen. Man sollte gründlich prüfen, ob ein Dôjô-Leiter direkt oder (über den Besuch von Lehrgängen bei direkten Schülern Hatsumis) indirekt von Hatsumi Sôke lernt, oder nur im „eigenen Saft kocht“.

Gerade die langjährigen Schüler des Bujinkan, die seit vielen Jahren regelmäßig bei Hatsumi Sôke und den anderen japanischen Shihans wie Noguchi Sensei, Nagato Sensei, Senô Sensei, Oguri Sensei, Someya Sensei, Shiraishi Sensei u.a. trainieren, sind für diejenigen, die nicht regelmäßig ins Ursprungsland unserer Kampfkunst reisen können, eine gute Möglichkeit, um sich bei deren Seminaren weiterzubilden. Man sollte diese Möglichkeiten nutzen und von den „richtigen“ Shihans lernen. Das ist auch Hatsumis Wunsch, wie er immer wieder betont.