Bujinkan-Trainingslager 2019
Vom 07. – 10. Juni fand in Lochen erneut das Bujinkan-Trainingslager statt. Das große Thema: Back to
the 80´s. Aber was bedeutet das??
Fundamentales, Grundlagen – nicht aber in der Kuschelversion.
Sveneric, Ed und Holger. Die bekannte Trainerkonstellation musste leider schon zu Anfang des BTL
verändert werden, da Sveneric aus persönlichen Gründen bereits am nächsten Tag abreisen musste.
Dafür hat Dino dann ein paar der Trainingseinheiten übernommen.
Da es ja immer sehr viele Eindrücke sind, die man gewinnt, schreibe ich über ein paar Prinzipien, die
sich durch die Trainingstage gezogen haben.
Heuer ging es (zumindest in der „Beginner“-Gruppe) weniger um vollständige Kata als um
Fundamentales wie korrektes Schlagen, Blocken die richtige Kamae, meine Umgebung und vor allem
den perfekten Abstand… Hier hat sich das Prinzip Inashi-Gata durch das Wochenende gezogen:
Struktur (Kamae, Körperschwerpunkt/-haltung) – Präzision (Distanz) – Effizienz (richtige
Schlagtechnik/Handhaltung …) – Zusammenführung.
Beispiel: Aus Shizen no Kamae einem Fudoken-tsuki ausweichen. Korrekt ausgewichen ist man erst,
wenn Uke und Tori denken „Der Schlag sitzt“ – es dann aber um Haaresbreite nicht so ist („kami
hitoe“ [Danke Michi!]) Schon hier habe ich gemerkt, dass es bis zu einer sehr guten Shizen no Kamae
noch ein langer langer Weg ist – wenn man diese jedoch beherrscht, dann kann man, denke ich, fast
alles und jedem ausweichen. Auch hat es sich etwas merkwürdig angefühlt, sich immer ganz bewusst
in Shizen no Kamae zu stellen … Vielleicht lag das aber auch daran, dass ich mir ständig meinem
Schwerpunkt bewusst werden musste …
Hinzu kam dann noch das Prinzip Kurai Dori: sich immer des Raums, Umfelds und der Position zum
Gegner bewusst sein. Da wir ja viel im Wald trainiert haben, ist man sich dessen recht zügig bewusst
geworden, spätestens, wenn man an einer Wurzel hängen geblieben ist ;).
Es wurde auch viel mit Handpratzen trainiert, was – es sei mir gestattet das zu verallgemeinern –
wirklich allen viel Spaß gemacht hat! Vor allem, weil man so auch gemerkt hat, ob denn die eigene
Schlagtechnik taugt, insofern als man sich selbst dabei nicht verletzt (und man auch mal etwas
mehr Kraft reinlegen durfte/sollte ;-) ).
Kamatanai oder Zero: Es ist nicht entschieden. Gehe nicht mit einem Plan in einen Angriff/Verteidigung, denn eventuell kann Uke deine Intention an deiner Körperhaltung ablesen!
Prepare to fail – es ist okay, wenn es nicht immer klappt! Lasst euch davon aber nicht aufhalten.
Denn nur aus „Fehlern“ lernt man und kann sich verbessern. Es ist – wie man so schön sagt – „noch
kein Meister vom Himmel gefallen“. Warum hat meine Verteidigung nicht geklappt? Lag es an der
Distanz, Technik, Kamae …? Lieber finde ich das in einer kontrollierten Umgebung raus als in einer
ernsten Situation, die mir wirklich gefährlich werden könnte. Wichtig ist nur, dass sowohl Uke als
auch Tori vernünftige, konstruktive Kritik geben können.
Nach den Trainingseinheiten haben sich am Abend wieder einige unterm Pavillon getroffen, um den
Tag am knisternden Feuer ausklingen zu lassen.
Noch eine Kleinigkeit, die auf alles zutrifft: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!“
Versucht nicht, alles zu 100% im Voraus zu planen, mit allen erdenklichen Plänen von A-Z … Und
versucht die Spontanität und Flexibilität Einzug ins Leben halten zu lassen. Denn es werden immer
unvorhergesehene Dinge geschehen, spontan, ohne Vorwarnung und ohne Möglichkeit, sich
ansatzweise darauf einzustellen. Letzten Endes kommt es doch darauf an, wie wir uns genau in
diesen Momenten verhalten und mit dem Gegebenen umgehen.
Nadeem